| Selbstverständnis der Fachgruppe |
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Selbstverständnis der Fachgruppe
Kommunikations- und Medienethik innerhalb der
Das Netzwerk Medienethik ist ein interdisziplinäres Gesprächsforum
zu ethischen Fragen im Medienbereich mit einer breiten disziplinen- und
professionsübergreifenden Ausrichtung. Die förmliche Einrichtung
einer Fachgruppe “Kommunikations- und Medienethik” soll dazu dienen, diese
Arbeit in Zukunft noch erfolgreicher zu gestalten und durch die Zusammenführung
der Ressourcen dieser beiden Körperschaften Synergieeffekte zu entfalten.
1. Allgemeine Ziele der Fachgruppe
Die Fachgruppe versteht sich als Forum für den wissenschaftlichen
Austausch und die Auseinandersetzung über aktuelle und grundlegende
kommunikations- und medienethische Themen. Darüber hinaus soll der
einschlägig interessierte Kommunikations- und medienwissenschaftliche
Nachwuchs gefördert und das Anliegen der Kommunikations- und Medienethik
verstärkt in die Gesellschaft getragen werden.
Aufgabe der Fachgruppe “Kommunikations- und Medienethik” ist es, die
Auseinandersetzung über theoretisch-wissenschaftliche und praktisch-anwendungsbezogene
Aspekte der Ethik innerhalb der deutschsprachigen Kommunikations-, Publizistik-
und Medienwissenschaft zu intensivieren. Die Fachgruppe versteht sich als
eine quer zu den anderen Fachgruppen der DGPuK liegende akademische Diskussionsplattform,
die als Forum für Wissenschaftler und Praktiker dienen soll.
2. Inhaltliche Gegenstände der Fachgruppe
Kommunikations- und Medienethik umfaßt erstens die traditionellen
Bereiche der journalistischen Berufsethik, der Ethik der Massenkommunikation
und der Ethik von Werbung, Öffentlichkeitsarbeit und Public Relations,
sowie der Publikumsethik. Hinzu kommen die Ethik der organisationellen
und interpersonalen Kommunikation, wie auch des Medienmanagements. Allgemein
gesehen geht es hier zum einen um die Verbesserung und Erweiterung professionsspezifischer
Ethikleitlinien, die ethisch sensibilisierte Ausbildung und Qualitätssicherung
in den Medien- und Kommunikationsberufen, und die Integration ethischer
Standards auf der Ebene der Medien- und Kommunikationsunternehmen und Medienselbstkontrolle.
Zum anderen betrifft es Fragen der Anregung und Verstärkung der öffentlichen
Auseinandersetzung um medienpolitische, medienrechtliche und medienethische
Fragen und der Förderung eines kritischen Medienjournalismus. Darüber
hinaus sind hier Fragen interpersonalen und organisationellen Kommunikation,
der Kommunikations- und Medienerziehung, der Medienkompetenz und der Publikumsverantwortung
zu thematisieren.
Zweitens bezieht sich die Kommunikations- und Medienethik auf
das wachsende Feld der Neuen Medien, dort vor allem der Internetethik,
aber auch der Informations- und Computerethik. Hier geht es um Fragen wie
die sozialen Folgen der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien
(IuK), der Entwicklung der Informationsgesellschaft und der vernetzten
Weltgesellschaft. Es geht aber auch um ethisch dringliche Einzelaspekte,
wie z.B. das sich durch IuK verändernde Verhältnis von privat
und öffentlich, Datenschutz und Zensur, Informations- und Kommunikationsfreiheit,
sowie Zugang zu und kompetenter Umgang mit Neuen Medien. Die Ethik der
interpersonalen Kommunikation ist unter den Bedingungen vernetzter digitaler
Kommunikation ebenso zu überdenken wie die computergestützte
Organisationskommunikation. Darüber hinaus geht es auch hier um die
Förderung der öffentlichen Auseinandersetzung über medienpolitische,
medienrechtliche und medienethische Aspekte der Neuen Medien.
Drittens beschäftigt sich die Kommunikations- und Medienethik
mit theoretischen und systematischen Grundsatzfragen. Zum einen geht es
um die Auseinandersetzung mit theoretisch-philosophischen Begündungs-
und Anwendungsstrategien und ihrer medienethischen Spezifik. Zum anderen
sind hier einzelne Ansätze der Kommunikations- und Medienethik (z.B.
Diskursethik, Individualethik, Verantwortungsethik, systemische Ethik etc.)
zu diskutieren, weiterzuführen und mit anderen angewandten Ethiken
zu verknüpfen. Drittens geht es um die Entwicklung von Konzepten und
Inhalten für die medienethische Aus- und Weiterbildung in Universitäten
und anderen Bildungsinstitutionen. Die Fachgruppe ist sehr daran interessiert,
daß Kommunikations- und Medienethik in der bildungspolitischen Diskussion
eine zentrale Rolle spielen.
3. Spezifische Aufgaben der Fachgruppe
Die Fachgruppe steht zunächst vor der Aufgabe, die wissenschaftlich-theoretischen
und berufspraktischen Ansätze und Sichtweisen zu integrieren. Daneben
geht es um die Formulierung und Entwicklung zentraler Forschungsfragen
aus kommunikations- und medienwissenschaftlicher Perspektive, um die Bündelung
und Verknüpfung existierender medienethischer Forschungsprojekte,
und um die Planung und Unterstützung der Forschung im Bereich der
theoretischen und angewandten Kommunikations- und Medienethik. Dabei ist
die Förderung des kommunikations- und medienethischen Nachwuchses
eine zentrale Aufgabe der Fachgruppe.
Kommunikations- und medienethische Aspekte sind nicht nur in den thematisch
differenzierten Fachgruppen und Schwerpunkten der DGPuK zu finden, sondern
auch in vielen anderen sozial- und geisteswissenschaftlichen Disziplinen.
Deshalb ist eine Zusammenarbeit der Fachgruppe “Kommunikations- und Medienethik”
mit den anderen Fachgruppen der DGPuK, aber auch mit Fachverbänden
verschiedener Disziplinen und Bereiche besonders wichtig (z.B. mit dem
Internationalen Zentrum für Informationsethik [ICIE] etc.).
Die Arbeit der Fachgruppe zielt darauf ab, die Kommunikations- und Medienethik
in der universitären und professionellen Ausbildung zu verstärken
und curricular zu verankern. Vor allem an den kommunikations- und medienwissenschaftlichen
Instituten der Universitäten sollte für eine möglichst breite
ethische Ausbildung gesorgt werden. Die Fachgruppe setzt sich für
dafür ein, daß dies nicht nebenbei geschieht, sondern eine entsprechende
Infrastruktur (z.B. Professuren für Kommunikations- und Medienethik)
eingerichtet und spezifische Lehrpläne und Konzepte erarbeitet werden.
4. Verhältnis der Fachgruppe zum Netzwerk Medienethik
Die Fachgruppe versteht sich als Teil des Netzwerkes Medienethik.
Die breite Ausrichtung des Netzwerkes kommt den Interessen der Fachgruppe
entgegen, da dies eine Öffnung des akademischen Diskurses in Richtung
Praxis ermöglicht. Gleichzeitig wird eine verstärkte wissenschaftliche
Beschäftigung mit Kommunikations- und Medienethik auch für das
Netzwerk von Vorteil sein. Deshalb sollen die Treffen der Fachgruppe auch
in Zukunft gemeinsam mit den Jahrestreffen des Netzwerkes und in enger
Zusammenarbeit mit diesem veranstaltet werden.
Fachgruppensprecher/in und Stellvertreter/in sollen zugleich Mitglieder
im Beirat des Netzwerkes Medienethik sein, um die enge Zusammenarbeit zwischen
Netzwerk und Fachgruppe zu garantieren. Die Mitglieder des Netzwerkes Medienethik
können, wenn sie nicht zugleich Mitglied in der DGPuK sind, assoziierte
Mitglieder der Fachgruppe werden. Als solche haben sie kein Stimmrecht,
wohl aber das Recht zur Mitsprache bei den Mitgliederversammlungen der
Fachgruppe. Eine assoziierte Mitgliedschaft kann nach § 3.3 der Fachgruppenordung
formlos bei der Fachgruppenleitung beantragt werden.
5. Kommunikation und Publikationen der Fachgruppe
Die fachgruppeninterne Kommunikation soll in erster Linie über
einen Email-Verteiler (Listserv) geregelt werden, der von einem dafür
bestimmten Mitglied eingerichtet und verwaltet wird. Diese Mailing List
soll nicht nur der Information, sondern auch der Diskussion dienen. Daneben
sollen die jährlichen Treffen der Fachgruppe auch zur fachinternen
Kommunikation über die kommunikations- und medienethische Lehre und
Forschung genutzt werden. Zusätzlich soll im Rahmen des DGPuK-Website
ein eigenes Webangebot der Fachgruppe erarbeitet werden, das mit dem Angebot
des Netzwerkes Medienethik verlinkt wird. Weitere webbasierte Angebote
(Artikel, Datenbankzugänge, Forschungsprojekte, Institutionen der
Medienethik, etc.) sollen in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk entwickelt
werden.
Die Ergebnisse des gemeinsamen Jahrestreffens von Fachgruppe und Netzwerk
Medienethik sollen in Zukunft möglichst in Form eines Jahrbuches für
Medienethik in gemeinsamer Herausgeberschaft veröffentlicht werden.
Die Fachgruppe bemüht sich um entsprechende finanzielle Zuschüsse
aus der DGPuK für eine solche Publikationsreihe. Es ist darüber
hinaus auch angestrebt, Einzelveröffentlichungen der Fachgruppenmitglieder
zu fördern. Dies gilt in besonderer Weise für den wissenschaftlichen
Nachwuchs.
6. Änderungen und Ergänzungen des Selbstverständnisses
der Fachgruppe
Die Mitglieder der Fachgruppe sind gehalten, dieses Selbstverständnis
gemäß den Entwicklungen des Fachs und der Wirklichkeit entsprechend
in regelmäßigen Abständen – etwa im Rahmen der jährlichen
Mitgliederversammlung – zu aktualisieren. Vorschläge für Änderungen
und Ergänzungen sollen der Mitgliederversammlung zur Diskussion vorgelegt
werden oder im Rahmen der Email-Liste diskutiert werden. Für eine
Änderung des Selbstverständnisses genügt eine einfache Mehrheit
der Fachgruppenmitglieder.
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Letzte Änderung: 07.12.06 Alexander Filipovic