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Inhalt des Beitrags
Ratingskalen mit Smilies finden in der Praxis Verwendung ohne dass deren Eignung messtheoretisch begründet wurde. Ziel der vorzustellenden Studie war die Konstruktion einer 5-stufigen Ratingskala mit Smilies als symbolische Marken, für die die Kriterien der wahrgenommenen Äquidistanz und empfundenen Eindimensionalität abgesichert sind. Dieses Ziel wurde erreicht. Zwei aufeinander aufbauende Paper-and-Pencil-Experimente mit ad hoc Stichproben wurden durchgeführt. Untersuchungsmaterial im ersten Experiment waren 17 Smilies mit systematisch variierter Mundpartie. 108 Personen (AMAlter = 37,2 Jahren, SDAlter = 13,2) beurteilten auf einer durch beide Extremsmilies verankerten Bewertungsstrecke mittels graphischer Ratings die Ausdrucksintensität der verbleibenden 15 Smilies. Die Darbietungsreihenfolge war randomisiert. Es wurden die 99%igen Konfidenzintervalle der Postionsmittelwerte der 15 beurteilten Smilies auf der Bewertungsstrecke bestimmt. Die Positionswerte der drei Punkte, die die Gesamtstrecke in 4 gleiche Teile teilen, liegen jeweils im Konfidenzintervall nur eines Smilies. Diese wurden ausgewählt und bilden gemeinsam mit den beiden Extremsmilies eine 5-stufige Skala, die einer zweiten Stichprobe zur Bestätigung vorgelegt wurde. 131 Personen (AMAlter = 41,4 Jahre, SDAlter = 14,9) beurteilten die Ähnlichkeit aller 10 in randomisierter Abfolge dargebotenen Smily-Paarkombinationen durch graphisches Rating zwischen den Polen 'extrem ähnlich' und 'extrem unähnlich'. Im Ergebnis einer über die Mittelwerte dieser Distanzen gerechneten nonmetrischen multidimensionalen Skalierung zeigt sich eine eindimensionale und äquidistante Abbildung der 5 Smilies. Die Resultate anwendungsbezogener Aufgabenteile empfiehlt die Skala als Erhebungsinstrument für emotional konnotierte Urteile wie Befindlichkeit, Zustimmung und Zufriedenheit.
Gliederung des Vortrages
Nach einer kurzen Einleitung in Fragestellung und Problemlage sollen zunächst die Begriffe Smily und Smilyskala definiert, Analyseergebnisse vorgefundener Smilyskalen vorgestellt und über Anwendungsmöglichkeiten reflektiert werden. Das gewählte Vorgehen zur Skalenkonstruktion wird durch Darstellung der Zielkriterien Äquidistanz und Eindimensionalität und die Klassifizierung der vorliegenden Fragestellung als psychophysische Fragestellung motiviert. Anschließend wird der dreigliedrige Untersuchungsaufbau mit (1) Generieren der Skala, (2) Überprüfen / Testen der Skala und (3) Validieren der Skala vorgestellt. Der zweite und längere Teil des Vortrages beginnt mit einer kurzen Beschreibung der Stichprobe und der Darstellung der verwendeten Smilies. Danach werden alle Untersuchungsteile in Methodik und Ergebnissen dargestellt. Bevor einige Anwendungsbeispiele den Vortrag abschließen, werden die Ergebnisse zusammengefasst und diskutiert.
Jäger, Ruth, Dipl.-Psych., Dipl.-Mus.Päd. für Violine, Musikstudium und Tätigkeit als Musikpädagogin. 1991 bis 1999 TU-Berlin: Psychologiestudium. 1995 bis 1999 TU-Berlin: Tutorin für Methodenlehre und Statistik. 1999/2000 HdK Berlin: Lehrauftrag für Statistik im Studiengang GWK. Seit 2000 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Methoden der Psychologie: zunächst IFP München, seit Nov. 2000 TU Dresden. Trägerin des Georg Sieber Preises 2000 der WiGFaP e.V.
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